
Symbolik des Ausgusses
In der Geschichte der Kunstakademie Düsseldorf verdichtet sich der Ausguss zu einem dialektischen Symbol. Einerseits ist er der Ort, an dem Material entsorgt wird, andererseits ist er der Ort, an dem Klärung stattfindet. Er markiert die Grenze zwischen dem, was die Institution „schluckt“, und dem, was im Abfluss der Geschichte verschwindet.
In der Phase der Gleichschaltung (1933) wurde der Ausguss zum Symbol einer mörderischen Hygiene. Die Nationalsozialisten nutzten die Metapher der „Reinigung“, um Künstler wie Paul Klee und Campendonk aus der Akademie zu entfernen.
Beuys wiederum transformierte das Waschbecken bzw. den Ausguss in ein energetisches und therapeutisches Objekt. Bei ihm war der Ausguss oft „verstopft“ mit Fett – ein Symbol für die Unfähigkeit der Gesellschaft, die Vergangenheit zu verarbeiten. Er forderte eine radikale Durchspülung des Denkens. Der „reine Blick“ der Photoklasse (Gursky, Ruff, Höfer) befreite hingegen die Kunst vom Beuys’schen Pathos. Hier ist der Ausguss nur noch Form, Linie und Funktion.
Er wird zum Symbol der institutionellen Hygiene, bei der unliebsame Diskurse unter dem Vorwand der Ordnung (Staatsraison) entsorgt werden, während gleichzeitig die Notwendigkeit besteht, die Akademie als „sauberen“ Raum des Diskurses zu erhalten.











